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By Erwin Lesch (auth.), Erwin Lesch (eds.)

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Am leichtesten gelingt dem Kinde das objektiv zahlrichtige Nachlegen trotz des Zwanges zur veränderten Gestalt, wenn es zugleich mit oder unmittelbar nach offenem, rhythmischem, taktilmotorisch betontem Vorlegen nachlegen darf. Offenbar ist hier die Aktreihe des Vorlegens und die des Nachlegens schon als primitive rhythmische, und zwar zugleich akustische, optische und taktilmotorische Sukzessivgestalt mit zahlreichen sehr undifferenzierten, komplex-innigen Zügen trotz abweichender Endfigur so ähnlich, daß die ungleichen Züge der beiden Komplexe stark zurücktreten und mit geringer Mühe mit in Kauf genommen werden können.

Denn der zeichnerische Ausdruck des Kleinkindes ist dem Expressionismus in der Tat in mehreren Hauptzügen verwandt, und zwar vorzüglich insofern, als beide nicht so sehr nur die äußere optische Erscheinung der Dinge als vielmehr ihr ganzheitliches Wesen, also auch abgekehrte Seiten oder optisch gar nicht wahrnehmbare Eigenschaften des Dinges und darüber hinaus die volle "Auseinandersetzung" (A. Schmarsow) des Betrachters mit dem Wesen des Dinges auszudrücken streben. Es ist schlechthin bezeichnend und auszeichnend für dieneuere Psychologie, daß sie in der Beschreibung allen Erlebens weit stärker, als dies bisher jemals geschah, seine ganzheitlichen Züge herausarbeitet und sich nicht mehr, wie es früher so oft der Fall war, vorzeitig von der Beschreibung der primär allein gegebenen Ganzheiten und ihrer ganzheitlichen Einzelzüge abdrängen läßt zu einer ausgeprägt unganzheitlich gerichteten Zergliederung in die sog.

Optische, taktilmotorische und akustische Komponenten), stehen im primitiven Bewußtsein im allgemeinen keineswegs so qualitätenfremd nebeneinander 1 ). Wir nennen diese füllehaltige und gliederungsarme, diese gefühlsverwandte Artung primitiver Ganzheiten Komplex-! nnigkeit 2 ) oder Binnendiffusität. Diese braucht durchaus nicht mit Uneigentümlichkeit des betreffenden Ganzen verbunden zu sein. Vielmehr können sich derartige auch über heterogene Qualitäten übergreifende Ganze äußerst spezifisch und unverwechselbar im Strome primitiven Seelenlebens herausheben und das psychophysische Verhalten des primitiven Individuums entscheidend bestimmen.

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