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Endlich gestattet es, nach § 1910, unter Umständen die Bestellung eines Pflegers für Blinde. ) Im einzelnen sei folgendes bemerkt: 1. Die Blindenunterschrift. -Während das Preußische Allgemeine Landrecht. für die Unterschrift eines Blinden erschwerende Formvorschriften enthielt, durch die Forderung der Zuziehung von Zeugen (I. ; I. 12. ;), steht das Bürgerliche Gesetzbuch, wie aus seinem Stillschweigen geschlossen werden muß, auf dem Standpunkte, daß ein Blinder einfache schriftliche Willenserklärungen mit rechtlicher Die rechtliche Stellung der Blinden nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch.

Ganz unmöglich ist es selbstverständlich, die eben charakterisierten Broschüren und Schriftehen auch nur teilweise in die tastbare Blindenschritt zu übertragen, da sich der große Aufwand an Mühe und Kosten nicht rechtfertigen ließe, und auch der Blinde einfach nicht imstande wäre, sie selbst durchzulesen. Wir dürfen nämlich die eine Tatsache nicht aus dem Auge verlieren, daß es selbst der geübteste Blinde nie zu einer solchen Lesefertigkeit bringen kann, wie der Sehende, der nicht nur Buchstaben und Worte, sondern Zeilen und ganze Sätze auf einmal zu überblicken vermag.

Das Problem des blinden Schriftstellers ist das des Sehenden. Energisch aber muß man den Ansichten entgegentreten, daß Blinde in der Tagespresse als Redakteure und hauptamtliche Berichterstatter wirken können. Die Möglichkeit einer Ausbildung im Parlament, die Möglichkeit der Theaterkritik fehlt ihm ganz, wenn auch die Konzertkritik ihm offensteht. Vom höheren und niederen Reporterdienst muß sich der Blinde fernhalten, es fehlt ihm also viel, was zum Handwerk nötig ist. Wesentlich bessere Berufsaussichten aber hat der blinde Jurist.

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